Die Nacht der Acht

Buchrezension Werbung unbezahlt

Die Nacht der Acht ist das erste Jugendbuch von Philip Le Roy, welches nun im Carlsen Verlag erscheint.

Ich hatte das große Glück an der Leserunde bei Lovelybooks teilzunehmen und dieses Buch bereits vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin lesen zu dürfen.

Dieses Buch kann dem Genre Thriller und Horror für junge Erwachsene zugeordnet werden.

 

Worum geht es in Die Nacht der Acht?

Die Acht, das sind Camille, Marie, Léa, Mathilde, Quentin, Maxime, Mehdi und Julien.

Sie alle besuchen die Kunstklasse und interessieren sich vor allem für künstlerische Freiheit und wie diese neu interpretiert werden kann.

Gerade deswegen kommt ihnen der Vorschlag von Quentin ganz Recht, in der schicken Villa seiner Eltern einen Samstagabend zu verbringen und sich gegenseitig zu erschrecken. Denn das Motto dieser Horrornacht lautet: Wer sich erschreckt, muss trinken!

Dies lassen sich die anderen nicht zweimal sagen und nehme die Herausforderung an. Denn, hier ist wirklich künstlerisches Können angesagt.

Die Villa liebt abgeschieden in den Bergen und der perfekte Ort wie dieses Spiel.

Doch leider wird aus dem ursprünglichen Spaß ziemlich schnell Ernst.

Jeder der Acht hat etwas vorbereitet, um die anderen zu erschrecken. Im geheimen und verborgenen agieren sie um ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Blutige Finger sind nur der Anfang.

Als dann plötzlich der Geist einer toten Mitschülerin auftaucht, die Selbstmord begangen hat, fängt alles an aus dem Ruder zu laufen. Sie wollen Hilfe holen, doch die Telefonleitung wurde gekappt und die Außenwelt ist nicht mehr erreichbar. Kein Handyempfang, kein Internet, alles ist tot.

Von nun an, sind die Acht auf sich alleine gestellt und müssen sich gegen das Böse wehren.

Denn alle stellen sich nur noch eine Frage, wer steckt hinter den mysteriösen Vorfällen? Wer will sie erschrecken und ihnen Angst einjagen?

Als dann einer nach dem anderen verschwindet, spurlos, lautlos und von jetzt auf gleich, scheinen sich alle der Gefahr bewusst zu sein. Nun heißt es nur noch, überleben bis die ersten Eltern am nächsten Tag kommen um sie abzuholen.

Wird es ihnen gelangen oder ist das mysteriöse besser als sie?

Wer ist Philip Le Roy?

Mit seinem Titel »Pour Adultes Seulement«, hat sich Philip Le Roy 1997 in die Literaturszene gestürzt. 2005 erhielt sein Buch »Le Dernier Testament« den »Grand Prix de Littérature Policière« und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. In seinen Büchern schafft er stets herausragende Persönlichkeiten. Philip Le Roy lebt in Vence, zwischen dem Meer und den Bergen, wo er sich dem Schreiben und dem Kampfsport widmet. »Die Nacht der Acht« ist Le Roys erstes Jugendbuch.

 

Wie hat mir Die Nacht der Acht gefallen?

Ich bin jetzt ehrlich…. Ja, ich habe mich gegruselt, ja ich habe sogar Gänsehaut bekommen und in unserem nächtlich ruhigen Haus jedes knacken wahrgenommen. Mega spuky!

Ich habe angefangen das Buch zu lesen und war so gefixt und begeistert davon, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es war wie eine Sucht, zu erfahren was passiert.

Dieses Buch hat einen ganz eigenen Stil. Es beginnt mit einem Prolog. In diesem geht es um die Polizeiermittlungen am nächsten Tag, als eine Mutter das Haus verlassen, verwüstet und mit Bretten verbarrikadiert vorfindet. Der Leser wird hier schon ein Stück weit mit in die Zukunft genommen, was in meinen Augen aber absolute Spannung aufbaut. Denn nun wissen wir, alle Acht sind weg.

Und ab diesem Moment beginnt eine turbulente Reise für den Leser.

Im ersten Kapitel werden alle Acht in kurzer knapper Form vorgestellt. Hat mir sehr gut gefallen, denn so konnte man sich zumindest grob ein Bild dieser machen. Allerdings benötigt man hier keine Ausführlichen Darbietungen, da man das eine im Verlauf des Buches erfährt. Die Protagonisten an sich, spielen hier keine wirklich große Rolle, da sie ein wenig wie aus der Vogelperspektive beschrieben werden. Sie bleiben auch sehr emotionslos, außer die Form der Angst, die hier eine zentrale Rolle spielt, wird großgeschrieben.

Gerade diesen Schreibstil habe ich hier sehr gemocht. Das stellenweise nüchtern, abgehakte, unemotionale, denn das hat die ganze Situation noch ein wenig schauriger gemacht. So konnte man keine direkte Sympathie für einen Protagonisten aufbauen, sondern hat jeden von diesen gleichwertig behandelt. Ein Stil, der in meinen Augen hier, hervorragend ist. Denn es wird kein Wort verschenkt, es ist zügig, gradlinig, unverschnörkelt und klar auf den Punkt.

Wir haben eine kontinuierliche Spannung innerhalb des Buches. Denn jeder dieser Acht Personen spielt den anderen einen Streich um sie zu erschrecken. Hier baut sich die Spannung auf… wenn der Streich gelaufen ist, fällt auch die Spannung wieder ab, da direkt die Lösung des Streichs präsentiert wird. Finde ich herausragend gut, da es hier zu einer Achterbahnfahrt der Emotionen kommt. Von gruselig bis zur Entspannung, weil man weiß, dass das was gerade passiert ist nicht der Realität entspricht.

Bis zu dem Zeitpunkt, als etwas im Haus passiert, was sich keiner erklären kann. Ab hier wird es extrem gruselig, super spannend und nicht erklärbar. Ja, man hat einen stetigen Verdacht, aber dieser wird nach und nach unrealistischer, je mehr Dinge zum Vorschein kommen. Ihr merkt, ich rudere drum herum, denn ich möchte nicht spoilern! Dieses Phänomen muss man lesen und Teil von diesem werden.

Was aber sehr zentral ist und nicht von der Hand zu weisen, ist ganz klar der Aspekt der Kunst. Und die Kunst begleitet den Leser auch immer wieder, vor allem wenn es um das Entwickeln von Methoden geht um die anderen zu erschrecken. Auch dies lasse ich im Raum stehen, denn es ist ein Schmaler Grad zwischen dem Schreiben dieser Rezension und nicht so viel zu verraten.

Irgendwann beginnt der Raum zwischen Fiktion und Realität zu verschwimmen, je mehr Alkohol die Jugendlichen konsumieren. Daher wird es auch für den Leser zunehmend immer schwieriger herauszufinden, was nun wirklich passiert und was sie sich nur einbilden. Und dieser Aspekt, gibt dem Buch zusätzlich noch einmal einen ganz neuen Thrill. WOW!

Die Story, wie sie aufgebaut wurde hat mich komplett überzeugt. Auch die Art und Weise wie Philip Le Roy an dieses Buch heran gegangen ist um den Leser mitzunehmen auf eine Horrornacht weit ab von jeder Zivilisation und wie am Ende alle Puzzleteile zusammenlaufen. Ja, es gibt eine unbeantwortete Frage in meinen Augen, wobei die nicht ins Gewicht fällt, weil ich mir meine eigene Theorie zu dieser überlegt habe.

Aber es ist ein Buch, welches zeigt, man kann ohne Gewalt, ohne erzwungenen Tod und Folter etwas extrem spannendes Schreiben, welches unsere Psyche beeinflusst, unser Gespür für Geräusche sensibilisiert und man beim puren Lesen schon eine Gänsehaut bekommt, die den Nacken runter wandert und man unweigerlich an dieses Buch gefesselt ist.

Gerade wenn die Psyche mit einbezogen wird, erfährt man schnell, was es heißt, dass diese einem einen Streich spielen kann, denn nichts lässt sich schneller und einfacher manipulieren. Dies ist hier in meinen Augen grandios umgesetzt worden und macht dieses Buch zu einem Highlight 2021.

 

Vielen lieben Dank an Lovelybooks für die tolle Leserunde und an den Carlsen Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

Direkt bei AMAZON kaufen.

Ein gleichwertiges Buch aus meinem eigenen Repertoire zu empfehlen ist schwierig, daher entscheide ich mich mal für das komplette Gegenteil. Wer es lieber zarter, sanfter und ein bisschen romantischer Mag, sollte unbedingt „Unter dem Zelt der Sterne“ von Jenn Bennett lesen.

 

  • Herausgeber : Carlsen; 1. Edition (29. April 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Broschiert : 288 Seiten
  • ISBN-10 : 3551584338
  • ISBN-13 : 978-3551584335
  • Lesealter : 14 Jahre und älter
  • Preis: 15,00 € (broschiert)
Überblick der Rezensionen
Meine Bewertung
Welcome to my colourful world... Ich heiße Maren, bin verheiratet und Mama von zwei Jungs! Ich liebe es zu lesen, zu backen, Produkte zu testen und all dies mit euch zu teilen! Follow up and enjoy!

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here