Nicki Thornton – Hotel der Magier

Buchrezension Werbung unbezahlt

Hotel der Magier ist ein Auftaktband.

Es handelt sich ebenfalls um ein Chicken House Buch, welche ja bekanntlich ganz oben auf meiner Liste stehen. So auch dieses Buch, da mich das Cover angesprochen und verzaubert hat. Ist es nicht phantastisch? Vor allem birgt es ein Geheimnis. Könnt ihr es erraten?

Dieses Buch ist dem Genre Jugendbuch, Schwerpunkt Krimi zuzuordnen.

 

Worum geht es in Hotel der Magier?

Seth ist Küchenjunge. Aber nicht irgendwo, sondern in dem abgelegenen Hotel „Zur letzten Chance“. Seth kennt dieses Hotel wie seine Westentasche, denn er lebt seit seiner Kindheit dort und hat den Job in der Küche von seinem Vater übernommen, der spurlos verschwunden ist.

Seine Chefs sind die überaus unsympathischen Besitzer – Familie Bunn- mit einer noch unsympathischeren Tochter, die Seth das Leben besonders schwer macht. Sein einziger Freund ist seine Katze.

Zu seinen Aufgaben gehört Gemüse schnippeln, Törtchen aus dem Ofen holen, Gelee umrühren und Rezepte von der Tochter seiner Chefs zubereiten, die eine Hauswirtschaftsschule besucht und keinerlei Talent besitzt. Seth hat somit alle Hände voll zu tun.

Im Hotel „Zur letzten Chance“ werden ganz besondere Gäste erwartet. Wie besonders und speziell sie sind, wird erst später klar. Vor allem haben sie aber viele Wünsche und kleine Geheimnisse. Seth muss ein Willkommensmenü zubereiten und ein gesondertes Dessert für den Ehrengast Dr. Thallomius.

Doch dann geschieht etwas schreckliches: Dr. Thallomius stirbt. Vergiftet! Vergiftet durch das Dessert welches Seth zubereitet hat. Der Verdacht fällt direkt auf ihn. Alle halten ihn für schuldig, doch Seth hat diesen Mord nicht begangen.

Wäre da nicht Inspektor Zinnkrug, der ebenfalls an die Unschuld von Seth glaubt, wüsste dieser nicht weiter. Auch wenn vieles gegen ihn spricht beginnt Seth auf eigene Faust zu ermitteln und den Fall aufzuklären.

Wird es ihm gelingen und seine Hände reinwaschen?

Wer ist Nicki Thornton?

Nicki Thornton erinnert sich an keine Zeit im Leben, in der sie nicht gelesen hat. Sie liebt Bücher und andere zum Lesen zu inspirieren. Bevor ihr Debüt »Hotel der Magier« veröffentlicht wurde, arbeitete sie als Journalistin und führte dann zehn Jahre mit ihrem Mann, viel Herzblut und Leidenschaft einen unabhängigen Buchladen in Abingdon an der Themse. Und während sie dort mit Kindern über Lieblingsbücher plauderte, entstand langsam eine Idee. Was würde passieren, wenn Magier der Mittelpunkt einer Detektivgeschichte wären? Aus der Idee entstand ein Manuskript, mit dem Nicki Thornton den Schreibwettbewerb der Times und Chicken House UK gewann. »Hotel der Magier« wurde nicht nur zum Lieblingsbuch der Buchhändler, sondern auch zum Bestseller. Mittlerweile schreibt die Autorin am zweiten Teil.

 

Wie hat mir Hotel der Magier gefallen?

Zu Anfang sei gesagt, dass ich das Buch gelesen habe, da ich es für meinen Sohn noch zu komplex fand.

Was ihn aber trotzdem mehr als neugierig gemacht hat, war das Cover des Buches, welches im Dunkeln leuchtet. Das ist ein absolut optisches Highlight.

Leider auch das Einzige. Ich habe mich ein wenig in den Klappentext verliebt und war super happy das ich dieses Buch lesen darf und ziemlich schnell trat eine Ernüchterung bei mir ein. Irgendwie hatte ich mir mehr von diesem versprochen.

Meine Erwartungshaltung war eine Detektivgeschichte, gepaart mit einem Haufen Magier und einem Touch Miss Marple in Form von Seth. Doch die Umsetzung war nicht so, wie ich es mir erhofft habe.

Der Plot der Story an sich ist genial, da es sich um die Aufklärung eines Locked- Room Geheimnisses handelt. (Wort habe ich mir ausgeliehen, weil es genau den Punkt trifft). Ein Mord ist in einem Raum passiert, der abgeschlossen war, zu dem keiner Zutritt hatte, nur die Gäste selbst. Wie kann es sein, dass dann nicht Seth der Mörder ist, sondern jemand anderes.

Problem an sich ist, dass es stetig verwirrend ist.

Die Protagonisten sind relativ komplex in ihrer Zahl, aber kaum ausgearbeitet. Nur angekratzt und unvollständig zurückgelassen. Gerne hätte ich mehr über die Einzelnen erfahren und mir ein eigenes Bild dieser gemacht, was aber stellenweise aufgrund der wenigen Informationen nicht möglich war. Was zusätzlich erschwerend hinzugekommen ist, sind die Fantasie Namen, die keinen wirklichen Zusammenhang haben und das lesen dadurch nicht vereinfachen. Namen, die ich stellenweise nicht widererkannt habe und somit der Faden beim Lesen verloren ging.

Selbst Protagonisten die mehrfach auftreten wie der Inspektor Zinnkrug und die Katze Nachtschatten, werden nicht ausführlich behandelt. Es ist extrem schade, denn ein Buch steigt und fällt mit seinen Protagonisten. Da kann dann auch schon einmal eine schwache Story verziehen werden, wenn die Protagonisten mitten ins Herz treffen. Hier wurde für mich vorbeigeschossen.

Das Opfer:

  • Dr. Torpor Thallomius – Der geheimnisvolle VIP-Gast.

Die Verdächtigen:

  • Professorin Penelope Papperspuk – Konnte Dr. Thallomius nicht ausstehen.
  • Gloria Trottelbohne – Die Trottelbohnes sind seit Jahrzehnten mit Dr. Thallomius verfeindet.
  • Darinder Dunster-Dunstable – Ein Meister der Illusionen.
  • Angelique Squerr – Bildhübsch, hat aber definitiv etwas zu verbergen.
  • Gregor Fischadler – War für die Sicherheit der Gäste zuständig.
  • Graf Ruino – War der beste Freund von Dr. Thallomius.

 

Also habe ich hier auf die Story gesetzt und versucht die Problematik mit den Protagonisten auszublenden. Was für mich wie ein Störgefühl war, ist die Tatsache das ich bis heute nicht alles nachvollziehen kann. Mir fehlen stellenweise die Zusammenhänge von Protagonisten zu Story und dem Motiv welches dieser verfolgt.

Der Titel des Buches, gibt schon ein wenig die Richtung vor, um was für Art von Gästen es sich handelt. Magier! Hier habe ich als Leser eine ganz klare Erwartungshaltung. Ich denke an Siegfried und Roy, an die Ehrlich Brothers und an Magie. An wahre Zauberkünstler, die ihre Begabung zur Schau stellen und den Leser in eine wirklich magische Welt entführen… Mmh, leider nicht wirklich passiert.

Als Seth die Magie kennenlernt, hat mich das Buch als Leser verloren. Ich konnte den magischen Vorgang nicht nachvollziehen, war irritiert und hatte von Magie eine andere Vorstellung. Entweder ist Seth blind durch das Hotel gelaufen, aber wie kann er in all den Jahren die Magie die dort herrscht nicht gespürt haben. Der Leser entdeckt zusammen mit Seth diese. Doch selbst jetzt habe ich keine wirkliche Vorstellung davon. Ich kann mit Worten nicht beschreiben und auch nicht zusammenfassen, was die Magie ausmacht und was die Magier wirklich treiben. Ich finde es sehr skurril.

Im Nachhinein betrachtet ist das einzig Gute, was mich wirklich besänftigt hat das Setting. Es erinnert mich an einen britischen Krimi. Am besten noch wie früher in schwarz- weiß, mit leicht knisternden Geräuschen im Hintergrund, wenn der Film ganz leise knackt.

Zusammenfassend gesagt, ist die Idee hinter diesem Buch nicht schlecht. Doch die Umsetzung nicht ideal. Die Story hat Potenzial, weil sie anders ist, als man sich einen typischen Krimi vorstellt. Auch die Idee mit den Magiern ist gut, da in die Story ein wenig Fantasy mit einfließt. Doch die Protagonisten gehen komplett unter. Hier fehlt ganz viel…

Was dennoch überzeugen konnte, ist der Schreibstil. Denn das Buch lässt sich gut lesen, ist unverschnörkelt, sehr gradlinig, manchmal sogar nüchtern in seinen Ausführungen, was aber gut passt. Spannend ist es, wobei die Spannung nicht komplett gehalten wird. Eher spannend, weil es komplett offen ist. Das Buch ist keine abgeschlossene Geschichte, sondern lässt genug Spielraum für den zweiten Band. Es geht also weiter… vielleicht werden dort alle Fragen beantwortet und die Protagonisten kommen mehr zur Geltung und erhalten einen höheren Stellenwert.

Ich habe mir mehr von diesem Buch versprochen und finde es schade, dass die Autorin das Potenzial der Geschichte und ihrer Ideen nicht ausgeschöpft hat. Es bleibt blass!

Habe mir im Nachhinein andere Rezensionen durchgelesen, weil ich mir unsicher war, ob ich mit meiner Meinung falsch liege. Das Buch spaltet die Gemeinschaft. Wer sich unsicher ist, sollte auf die Leseprobe zurückgreifen und kurz eintauchen. Für sich überlegen ob man ihm eine Chance geben will, oder nicht. Ich bin nur eine Meinung von vielen…

 

Danke an den Carlsen Verlag und Chicken House für dieses Rezensionsexemplar.

Direkt bei AMAZON kaufen!

 

Wer Krimis mag, sollte unbedingt die Serie von Alan Bradley – Flavia de Luce lesen und ein Mädchen kennenlernen, die Morde mit Hilfe der Chemie aufklärt.

 

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Chicken House; Auflage: 3. (30. August 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551521166
  • ISBN-13: 978-3551521163
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 14 Jahre
  • Originaltitel: The Last Chance Hotel
  • Preis: 15,00 € (gebundenes Buch)
Überblick der Rezensionen
Meine Bewertung
Maren
Hallo.. Ich heiße Maren und bin Hausfrau und Mutter. Für meine Familie habe ich meine Bankkarriere an den Nagel gehängt und widme mich nun den schönen Dingen im Leben! Lest selbst...

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here