Promise Boys

***Buchrezension / Werbung unbezahlt***

Promise Boys – Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord, lautet der vollständige Titel des Buches.

Es handelt sich um einen Krimi für junge Erwachsene ab 14 Jahren.

Ich hatte Glück und durfte an der Leserunde bei Lovelybooks teilzunehmen. Dadurch betrachtet man oftmals gelesenes noch einmal aus einer anderen Perspektive.

 

 

Worum geht es in Promise Boys?

Nach außen hat die Urban Promise Prep School ein makelloses Image. Eines, was dazu führt, dass viele sich wünschen ihre Söhne würden dort zur Schule gehen. Es gibt immer wieder Schüler, die die Schule mit Auszeichnung hinterlassen und die besten Empfehlungen für ein College haben.

Denn das Ziel dieser Schule ist es, aus gefährdeten Jugendlichen anständige Erwachsene zu machen.

Die Schüler J.B., Ramón und Trey kennen die Regeln ganz genau: gebügelte Hemden, keine Raufereien, kein Fluchen, keine Handys in der Schule und immer ein stetige „Ja Sir“ / „Nein Ma´am“.

Doch die Frage, die man sich stellen kann, ob die Schule mit alledem erfolgreich ist?

Denn es kommt der Tag, da wird ein Mord begangen. Am Schuldirektor. Ermordet in der Schule und es kommen drei Täter in Frage. Die Hauptverdächtigen sind J.B., Ramón und Trey.

Waren die drei nur zufällig am falschen Ort, zur falschen Zeit? Oder ist einer von ihnen wirklich der Mörder?

Alle drei haben ein Motiv, den alle sind am Todestag mit dem Direktor aneinandergeraten. Selbst die Tatwaffe wäre kein Problem gewesen.

Doch anscheint, war es keiner von ihnen. Denn die drei tun sich zusammen, um den Mordfall aufzuklären und ihren Namen reinzuwaschen. Oder aber spielt einer von ihnen ein falsches Spiel, um von sich abzulenken?

 

Wer ist Nick Brooks?

Nick Brooks ist Autor und preisgekrönter Filmemacher aus Washington, DC. Er ist Absolvent des TV- und Filmproduktionsprogramms der University of Southern California. Früher arbeitete Nick als Pädagoge mit gefährdeten Jugendlichen, und viele seiner Erzählungen sind von den Erfahrungen aus dieser Zeit geprägt. Ihm ist es wichtig, zu Herzen gehende Geschichten zu erzählen, die gesellschaftlich relevant und inspirierend sind. PROMISE BOYS ist sein erster YA-Roman.

 

Wie hat mir Promise Boys gefallen?

Was mir sehr gut gefallen hat, war der Einstieg in das Buch.

Es geht mit dem ersten der drei Jungs los, mit T.J. Zuerst werden Freunde/ Bekannte/ Mitschüler/ Lehrer interviewt, die ein Statement abgeben, warum er der Mörder sein könnte und was sie beobachtet haben. Danach folgt ein Polizeiverhör mit T.J. Erst dann startet der eigentliche Text, nämlich mit dem Tag vor dem Mord und dann mit dem Tag des Mordes selbst.

Dieses Schema wiederholt sich bei den anderen beiden Jungs identisch. Daher haben wir auf den ersten 90 Seiten erst einmal nur Hinweise, Indizien sowie eventuelle Motive. Aber, wir lernen auch die drei ein wenig kennen.

Danach wechselt das Buch in einen Modus, wo jedes Kapitel aus einer anderen Perspektive und von einem anderen Jungen erzählt wird. Hier muss man ein bisschen aufpassen, dass man immer genau weiß, in wessen Kopf man gerade ist.

Dies wird mit einem sehr eingängigen Schreibstil unterstützt. Er ist einfach und simpel lesbar, nicht verschachtelt, sondern klar und geradeheraus.

Wir haben als Protagonisten drei recht unterschiedliche Typen. Die auch alle aus ärmlichen Verhältnissen kommen und meist in sozialen Brennpunkten leben. Doch jedem von ihnen ist klar, sie wollen anders werden. Sie wollen dieses Leben hinter sich lassen und etwas daraus machen.

Deswegen gehen sie auch auf die Urban Promise Prep.

Hier muss ich einen kleinen Einschieber machen. Jeder Außenstehende ist von dieser Schule begeistert und hält große Stücke auf diese. Doch, schaut man genau hin, hinter die Kulisse dann wird einem Bewusst, dass es eher einem Gefängnis mit Strafgefangenen gleicht als einer Highschool. Wie es dazu kommen konnte und was im Verlauf passiert ist, wird recht spät in diesem Buch erläutert. Denn diese Schule war nicht immer so.

Die drei schließen sich irgendwann zusammen. Ein Trio, was nicht unterschiedlicher sein könnte. Und versuchen zusammen mit ihren Freunden den wirklichen Mörder zu finden.

Und hier fing mein Problem an. Auch wenn das Buch ein Jugendthriller ab 14 Jahren ist, glaube ich, dass auch junge Leser, diese Defizite auffallen würden.

Es wird im Verlauf des Buches immer eine Miss Hall erwähnt, eine Lehrerein die in Mutterschutz gegangen ist. Doch einer der drei hat sie im Supermarkt getroffen, ohne Babybauch und mit Weinflaschen im Korb. Der nächste hat sie zusammen mit dem Cop gesehen, der die drei verhört hat. Im ersten Moment eigentlich nichts Auffälliges… man spekuliert, macht sich Gedanken, um leider dazu keine Auflösung zu erhalten.

Und dieses Phänomen begleitet uns leider mehrfach in diesem Buch.

Manches ist nicht schlüssig, manches davon ein wenig an den Haaren herbeigezogen und selbst wenn ich darüber schlafe, macht vieles keinen Sinn.

Was man der Story dennoch zugutehalten muss. Es ist ein Katz und Maus Spiel, eines was nie ganz eindeutig ist. Daher rätselt man recht lange und versucht für sich potenzielle Kandidaten auszuschließen, bzw. dahinterzukommen wer es schlussendlich war.

Es gibt immer wieder Hinweise, auch auf den Direktor, aber nichts Handfestes. Daher tappt man lange im Dunklen, weil der Autor einen aber auch immer wieder in die Irre führt. Das war großartig…

Und dann kam das Ende!

Für mich persönlich nicht optimal gelöst. Denn hier schreit einen eine Frage direkt an: Warum? Mehr verrate ich nicht. Denn es gibt eine Auflösung, eine die passen könnte, aber auch gleichzeitig wirft das Medium, wie es gelöst wurde Fragen auf. Im ersten Moment glaubt man, das alles sei ein Witz im nächsten Moment fasst man sich an die Stirn und schüttelt den Kopf, weil man weiß, dass kann niemals so sein.

Mich hat dieses Ende fassungslos zurückgelassen.

Mit vielen offenen Fragen. Mit vielen Passagen, die im Nachgang keinen Sinn ergeben haben und die auch so niemals hätten passieren können. Hier hätte ich mir gewünscht den Mittelteil zu reduzieren und dem Ende mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Um es schlüssig und rund zu machen. Schade, dass die Idee des Buches nicht ganz optimal umgesetzt wurde.

Eine letzte Anmerkung zum Schluss. Alle drei Jungs gehören der People of Colour an. Hier wird recht schnell klar, diese drei können es nur gewesen sein. Wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und weil sie nicht so gut amerikanisch sprechen, werden sie direkt als Mörder und Tatverdächtige bezichtigt. Etwas, was in Amerika täglich passiert. Deine Hautfarbe ist dafür verantwortlich, wer du bist, was du machst und ob du es womöglich warst. Dies wird schonungslos ehrlich und ungebremst erzählt. Über Rassismus, öffentliche Demütigung und Schikane an einer Schule. Wo selbst der Direktor bereit ist über Le**** zu gehen, um sein Ziel zu erreichen. Dies transportiert das Buch fantastisch und zeigt damit ganz klar auf, was es heißt, anders zu sein.

 

Meine Bewertung: 3 Sterne

Ich habe es mir nicht leicht gemacht, aber bin schlussendlich zu dieser Bewertung gekommen, weil mir einfach zu viele Fragen offengeblieben sind. Es ist nicht rund in meinen Augen und auch jüngere Leser, werden dies bemängeln, weil einfach etwas fehlt. Dennoch ist es ein Buch, was ich empfehlen kann, da es eine ganz klare Message transportiert… Und diese Message wiegt einiges!

 

 

Vielen lieben Dank an den One Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Direkt bei AMAZON kaufen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ ONE; 1. Aufl. 2024 Edition (31. Mai 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 368 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3846602159
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3846602157
  • Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren
  • Preis: 14,00 € (Paperback)